Ingrid Petrasch

geboren 1946

in Westheim (Mainfranken)

lebt heute in Glienicke (Oberhavel)

Kurz-Vita

In verschiedenen schönen fränkischen Städten groß geworden (über 1 ½ Meter).

1968 nach West-Berlin entführt, dort noch mal ABC-Schütze an der sogenannten „Bibliothekar-Akademie“.

38 abwechslungsreiche, schöne Berufsjahre in Berlin.

Viele Reisen ins außerfränkische Ausland, bis nach Nordafrika und China. 2006 dann in der väterlichen Heimat Brandenburg gelandet.

„Sinophil“ von Jugend an, kam ich über Schnaderhüpferl, Aphorismen und das Koan zum Haiku: es half, die Schreibwut zu bändigen, die Natursehnsucht hinter Schallschutzscheiben (Tegel Airport!) zu beschwichtigen und war in den letzten Berufsjahren die notwendige Vergewisserung, dass es ein >nicht maschinenlesbares Leben< gibt. Bashos alter Teich, aber auch Nao-Jos Veilchen* spiegelten sich 15 Jahre lang in 50 sumpfgrünen Monitoren …

 

Behördenbildschirm

Ein Haiku springt hinein

„DEL“ – der Chef kommt!

 

Sie drücken fällt schwer

und sie nicht drücken fällt schwer:

die Delete-Taste

 

Mitglied in der DHG seit 2011

* Sie pflücken fällt schwer

und sie nicht pflücken fällt schwer

die kleinen Veilchen

Nao-Jo

 

Veröffentlichungen

lyrics-online.eu

(im Aufbau)

 

Veröffentlichung im Berliner „Tagesspiegel“, in „Kunst und Kultur in Bad Staffelstein“ (Bad Staffelsteiner Schriftenreihe Bd 15) und in „SOMMERGRAS“.


Am neuen Flugfeld

Auf dem Boeingflügel rollt

sich ein Räupchen ein

Ununterbrochen

Gurrt heute der Täuberich

Koro Kokoro

Tanz der Derwische

Rund um die Dorfplatzlinde

Des Pfarrers Alptraum

Offenes Fenster

Gegenüber im Birnbaum

Wurmbohrgeräusche

Die Spatzenkinder

spritzen sich nass

im Gullydeckel

„Schau, der Drachen steigt!“

Das Kind heult –

es will einen echten

Immerzu segeln

Blätter aus dem Pappelbaum –

doch nirgends fehlt eins

Schnee Schnee Schnee Schnee Schnee

Schnee Schnee Schnee Schnee Schnee Schnee Schnee

Wo ist der Besen?

Wech vonne Fahrbahn!

Hausmeestas Zwanzichtonner

rückt zum Feejen aus!

Die Totenmaske

Des Vaters: wie im Leben

er insgeheim war


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.