Juni 2012 (mit Kukai)

Zur diesmalig kombinierten Jury-Kukai-Auswahl der DHG zum Thema Wasser trafen 97 Einsendungen ein, davon waren 58 von DHG-Mitgliedern, 39 Teilnehmer waren keine DHG-Mitglieder – insgesamt eine stattliche Zahl, wie wir meinen. Wir stehen mit dieser Angelegenheit am Anfang neuer Überlegungen, die jedoch nur dann vorwärts getrieben werden können, wenn sich möglichst viele an dieser Diskussion rege beteiligen. Gerne erwarten wir Ihre Rückmeldungen, freuen uns über Zuspruch und Kritik und hoffen auf einen kommunikativen Austausch.


Die Teilnehmer-Auswahl, das Kukai

geleitet von Heike Stehr

Jeder Teilnehmer konnte genau ein Haiku oder Tanka zum Thema Wasser einreichen. Diese Werke wurden  dann als anonymisierte nummerierte Liste an alle Teilnehmer verschickt. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit insgesamt 6 Wertungspunkte zu vergeben, die er beliebig auf die teilnehmenden Werke verteilen konnte, jedoch nicht mehr als 3 Punkte für ein einzelnes Werk. Eine Punktevergabe für das eigene Werk war nicht erlaubt.

 

Musterbeispiele:

#101…1 Punkt

#149…2 Punkte

#151…2 Punkte

#158…1 Punkt

Oder auch:

#133…1 Punkt

#144…3 Punkte

#155…2 Punkte

 

9 Teilnehmer haben sich leider nicht an die Wertung beteiligt.

 

Hier nun das „amtliche Endergebnis“ geordnet nach den erreichten Gesamtpunktzahlen. Die Zahlen in Klammern geben die Anzahl der Teilnehmer an, die jeweils 3,2,1-Wertungspunkte an den Text vergeben haben. Beim erstplatzierten Haiku ist die Punktevergabe einmal ausführlich aufgeschrieben.

 

21 Punkte: (2,3,9) = 2x 3 Punkte, 3x 2 Punkte, 9x 1 Punkt = 6 +6 +9 = 21 Punkte

 

Kinderlachen –

im Garten dreht sich

der Rasensprenger

Brigitte ten Brink

2o Punkte: (1,5,7)

 

Frühlingsmorgen

versteckt im leeren Schneckenhaus

zwei Tropfen Himmel

Ramona Linke

20 Punkte: (0,5,10)


Tsunami

die zweite Welle

aus Tränen

Kurt F. Svatek

17 Punkte: (1,5,4)


Aus großer Höhe

fällt das Mondlicht in den Teich

Kein Wasserkräuseln!

Hermann J. Mürmann

17 Punkte: (0,6,5)


In die Pfütze gefallen

Ein junger Hund spielt

mit dem Mond

Monika Smollich

14 Punkte: (1,1,9)


Nebelwald …

Ein kleiner Seufzer

des Baches am Stein.

Reiner Bonack

13 Punkte: (0,4,5)


Barfuß am Flutsaum –

sein Lächeln im Rollstuhl

Regina F. Fischer

13 Punkte: (0,3,7)


Gebrochenes Eis –

das Mühlrad dreht sich wieder

Licht in den Schaufeln

Horst-Oliver Buchholz

12 Punkte: (1,2,5)


Seesonne

auf brauner Haut

das Tropfenkleid

Johannes Ahne

12 Punkte: (0,3,6)


Schilfblüte

im Klangraum der Wellen

schläft ein Kind

Helga Stania

11 Punkte: (1,1,6)


drei Jahre danach –

im Seemannsheim wird der Koffer versteigert

Ina Müller-Velten

11 Punkte: (1,0,8)

 

Zurück

Im Gepäck geweihtes Wasser

für alle Fälle

Margareta Hihn

10 Punkte: (1,2,3)


keine perle nur

eine träne fiel

aus meiner seele fassung

Sylvia Bacher

10 Punkte: (1,1,5)


Ferien –

der Alltagsstress

fließt ins Meer

Christa Beau

10 Punkte: (1,1,5)


alter Park –

in der Tropfsteingrotte

eine Kröte

Ruth Guggenmos-Walter

10 Punkte: (0,4,2)


Abtei – tief im Wald .

Seit fast achthundert Jahren

Sprudelt die Quelle.

Wolfgang Liebelt

10 Punkte: (0,2,6)


Dichter Regen fällt.

Aus Tropfen werden Worte.

Es regnet Dichter.

Eve Marie Helm

9 Punkte: (1,2,2)


stumm am schilfrohr

lauernd, mit einem mal –

der tautropfen

frisst den see.

plop.

Tony Böhle

9 Punkte: (1,1,4)


tiefe Wasser

unergründlich

dein Blick

Gerda Förster

9 Punkte: (0,4,1)

 

aus allen löchern

kriechen die regenwürmer –

osterspaziergang

Erich Fechter

9 Punkte: (0,3,3)

 

Die Hafenkatze

schleckt sich das Meer aus dem Fell

Hat sieben Leben

Hartmut Starnitzki

9 Punkte: (0,1,7)

 

Die Zaubernuss blüht

am stillen Wasserfelsen

Raureif auf dem Stein

Ilse Hensel

9 Punkte: (0,1,7)

 

Wolkenschiffe –

die jungen Kerle im Stadtpark

grölen ein Shanty.

Volker Friebel

8 Punkte: (1,1,3)

 

Regenschauer –

Das Amselpärchen pickt

Im Kirschblütenschnee

Werner Theis

8 Punkte: (1,0,5)

 

Am moosigen Hang,

es murmelt in den Steinen.

Mein Hörrohr zur Welt.

Viktor Tröger

8 Punkte: (0,2,4)

 

im kühlen Bach

am Fuß des Berges

vier Füße

Ruth Karoline Mieger

8 Punkte: (0,2,4)

 

Buschwindröschen

der Frühling ertrinkt

in der Wiese

Petra Klingl

8 Punkte: (0,2,4)

 

nur ein kleiner schirm

ganz nass die schultern außen

innen ist uns warm

Eckhard Erxleben

8 Punkte: (0,1,6)

 

Ein schwül warmer Tag.

In der Pfütze am Wegrand –

suhlt sich die Amsel.

Sigrid Mertens

8 Punkte: (0,1,6)

 

halbschlaf

taktlos zählt der wasserhahn

tropfende stunden in die nacht

Frauke Reinhardt

7 Punkte: (0,3,1)

 

Oben Himmel blau,

unten tiefes Wasser blau,

dazwischen der Matrose.

Hartwig Decker

7 Punkte: (0,2,3)

 

Regen trommelt

ans Fenster – im Bad

tropft der Hahn

Gitta Hofrichter

7 Punkte: (0,1,5)

 

Bleiern ruht der See.

Dann wie flüssiges Silber –

die Spur des Schwans.

Gerdi Scherer

7 Punkte: (0,1,5)

 

Nach dem Regen

wird der Rinnstein zum Fluss

für kleine Fracht

Barbara Zeizinger

6 Punkte: (1,0,3)


Ein kleines Weltall.

Im dunklen Wasser des Sees

erste Seerosen.

gontran peer

6 Punkte: (0,3,0)


Eiskralle am Zweig

Winter tropft ins hohe Schilf

bevor sie loslässt

Angelica Seithe

6 Punkte: (0,2,2)

 

In dieser Stille

der See und mein Bild ein Hauch

von flirrendem Blau

Birgit Schaldach–Helmlechner

6 Punkte: (0,1,4)


tejoufer

ich stieg hinab

mich treiben zu lassen

Christoph S. Eberle

6 Punkte: (0,1,4)

 

eingeseift

unter der Dusche

Stille

Ilse Jacobson

 

6 Punkte: (0,0,6)

 

alle bilder

auf den kanälen der stadt

aquarelle

Réne Possél

5 Punkte: (1,0,2)

 

Krötenwanderung. –

An einen Baum gelehnt

die Stirn gen Himmel.

Klemens Antusch

5 Punkte: (1,0,2)

 

Sommerlinde –

der Regen am Fenster

nachtschwer

Martina Heinisch

5 Punkte: (1,0,2)

 

Beim Wassergießen –

wie ändern sich die Farben

je nach Wasserstrahl

Kenji Takeda

5 Punkte: (1,0,2)

 

Die Stiefel sind naß.

Aus der Wiese trinkt langsam

Oktobersonne

Dieter W. Becker

5 Punkte: (0,1,3)

 

Nach einem Jahr

noch mal Suche im Schlamm –

ein Puppenarm ragt raus.

Saskia Ishikawa-Franke

5 Punkte: (0,1,3)

 

Auf dem Eichenblatt,

wie glitzernde Diamanten,

Tropfen an Tropfen.

Helga Tröger

5 Punkte: (0,0,5)

 

Beim Rückenschwimmen –

die Hügel meiner Frau:

auf und ab, auf und ab, … .

Manfred Georg Karlinger

5 Punkte: (0,0,5)

 

Ein Karpfen schnappt Luft –

Wellenmandala

Maren Schönfeld


Die Jury-Auswahl

koordiniert von Claudia Brefeld

Im Zeitraum Februar bis April 2012 wurden insgesamt 96 Haiku und 1 Tanka von 97 Autorinnen und Autoren für diese Auswahl eingereicht. Einsendeschluss war der 15. April 2012. Jeder Teilnehmer konnte 1 Haiku oder Tanka einsenden zum Thema Wasser.
Die Jury bestand aus Winfried Benkel, Renate Buddensiek und Petra Lueken. Jedes Jurymitglied konnte für jedes Werk 5, 4, 3, 2, 1 oder 0 Punkte vergeben.

Die Jury-Auswahl umfasst 44 Werke bis Platz 12, dieser Platz erreichte noch 1 Bewertungspunkt.
„Ein Haiku/ein Tanka, das mich besonders anspricht“ – unter diesem Motto besteht für jedes Jurymitglied die Möglichkeit, ein Werk auszusuchen (noch anonymisiert), hier vorzustellen und zu kommentieren.


Ein Haiku, das mich besonders anspricht

Ausgesucht und kommentiert von Renate Buddensiek:

Mit Mutter spielen –
im eilenden Bach der Klang
von Quelle und Meer

Gabriele Reinhard

Dieses Haiku ist aus der Sicht der Mutter geschrieben, anders sind die philosophischen Gedanken beim Betrachten des Bachs nicht zu erklären.
Im eilenden Bach, der in schnellem Lauf von der Quelle der Mündung entgegen fließt, klingt die Flüchtigkeit der Zeit an. Im Augenblick des sicher fröhlichen Spiels schwingt die Gewissheit mit, dass Mutter und Kind sich nur auf Zeit angehören. Wie der Bach dem Meer zueilt, so wird das Kind – vielleicht schneller als der Mutter lieb ist – erwachsen werden und hinaus ins Leben ziehen. Das ist der Lauf der Welt.
Die literarisch beliebte Metapher vom fließenden Wasser für die vergehende Zeit wird unsentimental und durch die Wortwahl „Klang von Quelle und Meer“ auch lyrisch eingesetzt.
Die strenge Form des Haiku wird eingehalten. Die 17 Silben enthalten inhaltlich das für das klassische Haiku geforderte Element der Ruhe (Klang), das Element der Bewegung (spielend und eilend), und den philosophischen Gedanken (Bach für Zeit).
Dieses Haiku hat mich inhaltlich besonders berührt. Ich finde es auch von der Form her gut gelungen.

Ausgesucht und kommentiert von Petra Lueken:

Die Hafenkatze
schleckt sich das Meer aus dem Fell
Hat sieben Leben

Hartmut Starnitzki

Da sitzt eine Katze am Hafen und putzt sich. Das tun Katzen mit Eifer und ausdauernd und sie tun es auch, um sich nach einer aufregenden Situation zu beruhigen. Sie putzt sich die salzige Meerluft aus dem Fell oder das Salzwasser, das von den Wellen durch die Luft sprüht. Vielleicht ist sie über Bord gegangen oder am Kai von einem Fischer vertrieben worden und dabei im Wasser gelandet.
Hafenkatze, das klingt nach einer im Hafenbereich lebenden Katze, die von den Speiseresten in den Restaurants lebt oder von den Fischen, die sie erbeutet, wenn die Boote ihren Fang ausladen. Hafenkatze klingt nach einem unbequemen und gefährlichen Leben. Da braucht es schon die sprichwörtlich sieben Leben der Katze zum Überleben. Wer weiß, welche Abenteuer die Hafenkatze hier oder in der Welt schon überstanden hat und wie viele Leben ihr noch bleiben.
Häfen sind Sehnsuchtsorte mit der Spannung von Abschied, Warten und Hoffen, Neugier und Aufbruch, Wagemut und Abenteuern. Häfen sind Übergangszonen zwischen der Alltagswelt und dem Neuen, Unbekannten.
Das Haiku hat keinen Jahreszeitenbezug, es sei denn, man geht davon aus, dass die Beobachtung in den Ferien, den Sommerferien, gemacht wurde. Es schildert eine Situation an der Grenze zwischen Tier- und Menschenwelt. Eine wilde Katze passt sich an die menschliche Welt an, um zu überleben. Durch die dritte Zeile mit den sieben Leben bekommt die erste Aussage eine andere Dimension. Die Anspannung wird nachgeliefert, mit der Entspannung wird begonnen. Die eigentliche Dramatik wird ausgelassen und ergibt sich aus der Zusammenschau. Sprachlich gelungen ist mit schleckt das wohlig entspannende Putzen und mit Meer eine vieldeutige Aussage, die obendrein auch den Hafen am Meer verortet.
In einem neuen Bild und sprachlich treffend weitet dieses Haiku den Blick von einer alltäglichen Situation auf meinen Umgang mit Anspannung und Gelassenheit, Abenteuer und Sicherheit, Leben und Tod.

Ausgesucht und kommentiert von Winfried Benkel:

Ein Karpfen schnappt Luft –
Wellenmandala

Maren Schönfeld

Dieser Zweizeiler hat mich sofort begeistert, weil hier das Phänomen des Augenblicks in einem wunderbaren Bild zum Ausdruck kommt. Ich glaube, man kann in dieser Szene sogar wesentlich die Welt entdecken.
Da steigt aus dem oft als Urelement bezeichneten Wasser ein Fisch auf, um in einer Notatmung nach Luft zu schnappen …! Just in dem Moment, wo der Karpfen die Wasseroberfläche durchdringt und auf dieser Unordnung schafft, entstehen plötzlich neue sich immer wieder ändernde Strukturen auf dem Wasser.
Es müssen geübte Augen sein, die in diesem Moment ein Wellenmandala erkennen. Sehen wir nicht immer nur das, was wir sehen wollen …?
Ich weiß auch nicht warum, aber vermute, es ist eine Malerin, die hier beobachtet, wie der Punkt des Augenblicks Wellen auslöst, die in jedem weiteren Augenblick neue Bilder entstehen lassen. Vielleicht ist es Meditation – tief versunken von dem fasziniert, was den Mittelpunkt umgibt: Mandala.
Ja, und einmal ergriffen von einem Phänomen, das auf das Unbewusste zielt, verliert man da nicht jegliches Gefühl für Raum und Zeit? Doch was ist Raum und was ist Zeit?
Ist Zeit nicht das, was hier auf dem Wasser mehr oder weniger kreisförmig fließt, ein Augenblick nach dem anderen …? Oder aber ist Zeit nur eine Illusion?
„Der Moment ist atemporal, die Verknüpfung der Augenblicke erfolgt nicht in der Zeit, sondern in der impliziten Ordnung“, meint David Bohm.
Ach, dieser Karpfen! Zeigt er uns doch, was die Natur so wunderbar eingerichtet hat: Nicht nur mit Kiemen, sondern zur Not auch mit dem Mund kann er atmen, und meine Gedanken verlieren sich im Krankenzimmer… Ist Bewusstheit nicht auch, wie ich atme?
Noch immer Fieber!
Wie in all den Tagen zuvor reiche ich dem Erkrankten die Inhaliermaske und hole erneut Wasser, auch wenn das Trinken jetzt so schwer fällt. Bald aber wird die Lungenentzündung verheilt sein, und dann darf ich endlich wieder Haikus vorlesen, natürlich auch das: Ein Karpfen schnappt Luft ….


Platz 1

Barfuß am Flutsaum –

sein Lächeln im Rollstuhl

Regina F. Fischer

Platz 2

Kinderlachen –

im Garten dreht sich

der Rasensprenger

Brigitte ten Brink

Plätze 3

drei Jahre danach –

im Seemannsheim wird der Koffer versteigert

Ina Müller-Velten

Wolkenschiffe –

die jungen Kerle im Stadtpark

grölen ein Shanty.

Volker Friebel

Plätze 4

Nebelwald …

Ein kleiner Seufzer

des Baches am Stein.

Reiner Bonack

Regenschauer –

Das Amselpärchen pickt

Im Kirschblütenschnee

Werner Theis

Plätze 5

alle bilder

auf den kanälen der stadt

aquarelle

Réne Possél

mit Mutter spielen –

im eilenden Bach der Klang

von Quelle und Meer

Gabriele Reinhard

Seesonne

auf brauner Haut

das Tropfenkleid

Johannes Ahne

Tsunami

die zweite Welle

aus Tränen

Kurt F. Svatek

Plätze 6

im kühlen Bach

am Fuß des Berges

vier Füße

Ruth Karoline Mieger

Welle um Welle

ein Sturm der Begeisterung

tost um den Erd-Ball

Dietmar Näscher

Plätze 7

Bleiern ruht der See.

Dann wie flüssiges Silber –

die Spur des Schwans.

Gerdi Scherer

Die Hafenkatze

schleckt sich das Meer aus dem Fell

Hat sieben Leben

Hartmut Starnitzki

Ein Karpfen schnappt Luft –

Wellenmandala

Maren Schönfeld

In die Pfütze gefallen

Ein junger Hund spielt

mit dem Mond

Monika Smollich

Nach dem Regen

wird der Rinnstein zum Fluss

für kleine Fracht

Barbara Zeizinger

tejoufer

ich stieg hinab

mich treiben zu lassen

Christoph S. Eberle

Plätze 8

Frühlingsmorgen

versteckt im leeren Schneckenhaus

zwei Tropfen Himmel

Ramona Linke

Wasserlauf

hinter jeder Biegung

Neues entdecken

Hans-Jürgen Göhrung

Plätze 9

Abtei – tief im Wald .

Seit fast achthundert Jahren

Sprudelt die Quelle.

Wolfgang Liebelt

Beim Rückenschwimmen –

die Hügel meiner Frau:

auf und ab, auf und ab, … .

Manfred Georg Karlinger

eingeseift

unter der Dusche

Stille

Ilse Jacobson

halbschlaf

taktlos zählt der wasserhahn

tropfende stunden in die nacht

Frauke Reinhardt

im tautropfen

tausendfaches leben  –

doch – das blatt ist braun . . .

Eva Drüppel

Schilfblüte

im Klangraum der Wellen

schläft ein Kind

Helga Stania

Plätze 10

aus allen löchern

kriechen die regenwürmer –

osterspaziergang

Erich Fechter

Die Zaubernuss blüht

am stillen Wasserfelsen

Raureif auf dem Stein

Ilse Hensel

Gebrochenes Eis –

das Mühlrad dreht sich wieder

Licht in den Schaufeln

Horst-Oliver Buchholz

Zurück

Im Gepäck geweihtes Wasser

für alle Fälle

Margareta Hihn

Plätze 11

Meterdickes Eis

lastet auf dir und hindert

doch nicht deinen Lauf

Boris Semrow

Regentropfen auf Wasserrutsche

rutscht

aus

Renate Holzinger

Plätze 12

Am moosigen Hang,

es murmelt in den Steinen.

Mein Hörrohr zur Welt.

Viktor Tröger

am ufer des inns

vorbei schwankende schwäne

reiselust im herzen

Fried Schmidt

Aus bemoostem Fels

entspringt lebendig plätschernd

ein munterer Quell

Horst Leopold Konopatzky

Die Stiefel sind naß.

Aus der Wiese trinkt langsam

Oktobersonne

Dieter W. Becker

In dieser Stille

der See und mein Bild ein Hauch

von flirrendem Blau

Birgit Schaldach – Helmlechner

keine perle nur

eine träne fiel

aus meiner seele fassung

Sylvia Bacher

Mit morgendlichem Schwung

hinein in den See.

Auf dem Grund Golfbälle.
Georg C. Sindermann

 

so träumen am Meer

kein Wind trägt ein Blatt davon –

von ferne ein Ton

Franka Schütz

straße aus silber

nacht aus dunklem samt gemacht

flüsternde wellen

Marion Eisenberger

über dem Meer

ist der Himmel größer –

fremd der Wind

Gerd Börner

wunder der natur

licht farben regenbogen

kleine tauperle

Margita Osusky-Orima

Zu trüber Brühe

verwandelt Schmutz das klare Nass

und die Wohnung glänzt

Franz Ilmenau


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