4. Haiku-Workshop in Wiesbaden: Ein Resümee von Beate Wirth-Ortmann

Nein, die gute alte Salon-Kultur ist nicht tot.

Zum Frühjahr, 02. April 2017, hat Ruth Karoline Mieger wieder zum Wiesbaden-Bierstädter Haiku-Workshop eingeladen und diesmal ist auch Frau Baumgart-Pietsch als Pressevertreterin des Wochenblattes „VorOrt“ erschienen. Sie ist recht beeindruckt worden von der Intensität der Arbeit und des Eifers der Teilnehmer.

Diese beschäftigen sich seit drei bis 35 Jahren mit dem Haiku, sind teilweise also schon recht alte Hasen. Trotzdem stellen sich ihnen immer wieder grundsätzliche Fragen, die hier zur Diskussion gestellt und anhand von Haiku-Beispielen aufgeschlüsselt worden sind.
Dabei ist einmal mehr ein Katalog des Grundsätzlichen aufgestellt worden:

1. Das Haiku ist keine Erbauungslyrik, weshalb es direkte Gefühlsäußerungen ausschließt.
2. Keine abstrakten Begriffe, sondern direkte Aussagen verwenden.
3. Das 5-7-5-Schema ist eine gute Einstiegs-/Lernhilfe, aber kein „Evangelium“, da die europ.
    Sprachen mit dem Japanischen in Bezug auf Silbenzählung nicht vergleichbar sind.
4. Die Form ist also keine Vase, die gefüllt werden muss, sondern nur ein Gestaltungsmittel.
5. Die größtmögliche Kürze ist anzustreben, ohne dass es zu sprachlichen oder grammatischen
    „Verrenkungen“ kommt.
6. Der Augenblick als unmittelbare Wahrnehmung ist entscheidend, es reicht aber weder eine
    reine Beschreibung noch ein bloßes Stimmungsbild.
7. Die Gegenüberstellung von zwei Bildern ist wichtig, um die Forderung nach Kire“ (Schnitt)
    zu erfüllen. Die wichtige Frage: „Wie können meine Haiku besser werden?“ hat folgende
    Antworten gefunden:

    1. Haiku anderen vortragen, um Kritik zu erfahren.
    2. Haiku ruhen lassen, um den Prozess der „Kindwerdung“ evtl. durch Änderungen
        abschließen zu können.
    3. Viele Haiku lesen, um den Blick zu schulen.
    4. Anhand der Kriterienliste (s.o. etc.) das Haiku zu überprüfen.

Auf Wunsch der Teilnehmer wird das fünfte Treffen zur selben Zeit (ab 10. 00 Uhr) am selben Ort (ehem. Robert-Koch-Schule) am 12. November 2017 stattfinden.

B. Wirth-Ortmann

  5 comments for “4. Haiku-Workshop in Wiesbaden: Ein Resümee von Beate Wirth-Ortmann

  1. Klingl, Petra
    10. April 2017 at 7:29

    Sehr gute Veranstaltung und den Katalog des Grundsätzlichen werde ich mit zum nächsten Treffen der Berliner Haikugruppe nehmen. Liebe Grüße! Petra Klingl

    • Ruth Karoline Mieger
      10. April 2017 at 15:49

      Liebe Petra,
      vielen Dank für Deine positive Rückmeldung. Prima, dass Du den „Katalog“ mit in die Berliner Haikugruppe nimmst.
      Herzliche Grüße aus Wiesbaden
      Ruth Karoline

      • Klingl, Petra
        11. April 2017 at 21:15

        Liebe Ruth, vielleicht komme ich im November zu eurem Treffen. Den Termin habe ich mir notiert. LG!Petra

      • Birgit Lockheimer
        12. April 2017 at 18:39

        PS: Auf der Seite mit den Regionalgruppen steht nichts von einer Berliner Haikugruppe …

    • Birgit Lockheimer
      12. April 2017 at 14:42

      Liebe Petra,
      wann tagt denn die Berliner Haikugruppe? Vielleicht könnte ich mal vorbeischauen.
      Viele Grüße
      Birgit

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