Der Vorstand der DHG trauert um … am 11.10.2011 um 17:58 Uhr von Heike Stehr

Marion Naumann d‘Alnoncourt, die am 7. Oktober 2011 gestorben ist.

 

Mein Weg zum Haiku führte über die Kunst des Ikebana, mit der ich mich seit vielen Jahren beschäftige. In beiden japanischen "Wegen" geht es darum, eine bisher unsichtbare Eigenschaft des Betrachteten zu entdecken und durch eine neue Zusammenstellung der Bilder, beziehungsweise des Materials, erlebbar zu machen.

Im Ikebana sind es oft wertlose Fundstücke, ein Blatt, das Blei einer Regenrinne, verrostete Metallteile, Treibholz ..., deren Schönheit ich in einer neuen Ordnung aufscheinen lassen möchte.

Im Haiku sind es häufig unscheinbare Erlebnisse und Wahrnehmungen, die ich wie eine Momentaufnahme festzuhalten versuche.

Marion Naumann d‘Alnoncourt, Essen, im Februar 2011, Vorbemerkungen zu ihrem Buch "Haiku"

Kommentare

  1. Ramona Linke am 11.10.2011 um 20:30

    lichter Morgen …
    die weißen Chrysanthemen
    von Tau benetzt

  2. Claudia Melchior am 12.10.2011 um 11:12

    offene Hände
    gefüllt mit Blütenblättern
    dem Wind hinhalten

  3. Hans-Jürgen Göhrung am 13.10.2011 um 19:00

    unterwegs…
    der Wind zupft welke Blätter
    von der Blüte

  4. Ralf Bröker am 14.10.2011 um 23:00

    Tasse Tee
    diese Wolke
    darin wird Tee

  5. Heike am 16.10.2011 um 21:26

    aufrecht
    die Tulpen im Ikebana
    … du gehst

  6. Claudia Brefeld am 25.10.2011 um 00:37

    Morgendämmerung -
    der Wellensaum berührt
    deine Spur von gestern

  7. Inge Böffgen am 26.10.2011 um 10:13

    im Ohr
    ein leiser Abgesang
    für eine Blüte

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